PRIM. PROF. DR. MARCUS SÄEMANN

Facharzt für Innere Medizin, Additivfach Nephrologie 1190 Wien

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus (wörtlich: honigsüßer Durchfluss; umgangssprachlich: Zuckerkrankheit) ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Zellen, zum größten Teil Muskelzellen erschwert und dadurch der Blutzuckerspiegel selbst zu hoch ist. Dieser hohe Blutzucker führt zu typischen Symptomen wie viel Durst, häufigem Harndrang, damit dieser Zucker ausgeschieden werden kann und ausgeprägter Müdigkeit, da die Muskeln eben keinen Treibstoff in der Form von Zucker erhalten.

Ist der Blutzucker über viele Jahre zu hoch, können Schäden an Blutgefäßen, vor allem an den kleinen Blutgefäßen entstehen. Am häufigsten werden dabei die Netzhaut des Auges, Nerven und schließlich die Nieren betroffen.

Je nach Ursache unterscheidet man zwischen Diabetes mellitus Typ 1 (absoluter Mangel an Insulin) und Typ 2 (mangelnde Empfindlichkeit der Zellen für Insulin und/oder Abnahme der Insulinproduktion).

Diabetes Typ 1

Bei Diabetes Typ 1 handelt es sich somit um eine Autoimmunerkrankung. Dabei werden die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, welche Insulin produzieren direkt zerstört. Die oben beschriebenen Symptome eines zu hohen Blutzuckers treten oft akut und sehr stark auf. Bis heute gibt es keine wirksamen Strategien, um Diabetes Typ 1 zu verhindern. Jedoch hat die Therapie des Typ-1 Diabetes gerade in den letzten Jahren unglaubliche Fortschritte gemacht, so gibt es mittlerweile hochpräzise kontinuierliche Blutzuckermessgerate sowie moderne Insulin oder auch Insulinpumpen, welche das tägliche Leben für Typ-1 Diabetiker bedeutend erleichtert haben.

Diabetes Typ 2

Im Gegensatz zu Typ 1 Diabetes sind die Ursachen von Typ 2 Diabetes gut bekannt. Als Hauptrisikofaktor gilt das Übergewicht. Der Entstehung dieser Art der Zuckerkrankheit kann mit richtiger Ernährung und Bewegung oder – bei psychischen Ursachen – mit einer Adipositastherapie entgegengewirkt werden. Patienten mit Typ-2-Diabetes bemerken zunächst meist nichts von ihrer Erkrankung, die Entstehung erfolgt allmählich. Oftmals wird Insulin zwar im Körper produziert wird, allerdings ist seine Wirkung an den Muskelzellen stark abgestumpft, man spricht auch von erhöhter Insulinresistenz, die Inselzellen brechen unter der dauernden Anstrengung viel Insulin produzieren zu müssen allmählich unwiederbringlich zusammen. Im Laufe der Zeit lässt die Insulinproduktion allerdings nach bis zu dem Punkt, an dem die produzierte Menge nicht mehr ausreichend ist und letztlich Insulin gespritzt werden muss.

Typ-2 Diabetiker sind durch die hohen Blutzuckerspiegel in Kombination mit oft erhöhtem Blutdruck besonders gefährdet Herz-Kreislaufprobleme zu bekommen.

Glücklicherweise haben gerade die letzten Jahre eine Vielzahl neuer Medikamente gebracht, welche sicher und effektiv Typ-2 Diabetikern helfen können nicht nur ihren Diabetes in den Griff zu bekommen, sondern auch ihr Herz-Kreislaufgesundheit deutlich zu verbessern.

 

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