PRIM. PROF. DR. MARCUS SÄEMANN

Facharzt für Innere Medizin, Additivfach Nephrologie
1190 Wien

Diabetische Nierenerkankung

Bei etwa jedem vierten Patienten entwickeln sich diabetes-typische Veränderungen in den Nieren (diabetische Nephropathie). Diese Erkrankung ist neben dem Bluthochdruck leider die häufigste Ursache für eine Nierenersatztherapie.

Ursache ist ein länger bestehender zu hoher Blutzuckerspiegel, der in den Nieren die feinen Blutgefäße in den Nierenkörperchen schädigt. Dieser Vorgang wird noch durch zu hohes Cholesterin, zu hohem Blutdruck und Rauchen gefördert. In den Gefäßinnenwänden bilden sich dabei Entzündungen und Ablagerungen. Mit der Zeit wird dadurch der Blutfluss behindert. Die Niere versucht, diesen Veränderungen durch eine stärkere Durchblutung (Hyperfiltration) und eine Vergrößerung entgegenzuwirken und beschleunigt dadurch nur umso mehr diesen Vorgang. Die feinporige Membran in den Nieren ist dafür zuständig, Substanzen, die für den Körper wichtig sind, zurückzuhalten und schädliche Stoffe auszuscheiden. In diesem Stadium der Nierenschädigung sind die Laborwerte von Blut und Urin meist noch unauffällig.

Albuminurie und diabetische Nephropathie

Bestehen die schädigenden Einflüsse jedoch weiter, wird die Basalmembran der Nieren durchlässig für größere Blutbestandteile wie Eiweißstoffe. Messbar wird das an einer leicht erhöhten Menge des Proteins Albumin im Urin, welches vermehrt im Harn ausgeschieden wird (Albuminurie). Zeigen sich zudem bereits Schädigungen im Gewebe der Nieren, spricht man von „diabetischer Nephropathie“.

Heute gibt es glücklicherweise bereits mehrere Wege und moderne Therapiemöglichkeiten eine diabetische Nierenerkrankung effektiv zu behandeln. Wichtig ist es den Weg zum Nephrologen rechtzeitig zu gehen, damit dieser effektiv behandeln kann, bevor irreversible Funktionseinschränkungen eingetreten sind.