PRIM. PROF. DR. MARCUS SÄEMANN

Facharzt für Innere Medizin, Additivfach Nephrologie
1190 Wien
1190 Wien

Nierenversagen

„Die Nieren leiden still“, so sagt der Volksmund. Oft verursachen viele Nierenkrankheiten im Frühstadium leider überhaupt keine Symptome, oder nur so schwache, dass diese nicht wahrgenommen werden. Besonders unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen werden kaum mit tieferen organischen Ursachen in Verbindung gebracht. Deshalb entwickeln sich Nierenschäden oft unbemerkt über lange Zeit oft mehrere Jahre bis Jahrzehnte. Deshalb wird der Arzt oft gar nicht aufgesucht: dabei geht jedoch wertvollste Zeit verloren, da für eine erfolgreiche Therapie gerade die Früherkennung von größter Bedeutung ist. Denn selbst wenn eine Erkrankung verlangsamt oder aufgehalten werden kann, ist das bis dahin geschädigte Nierengewebe verloren.

Prinzipiell gilt, dass man lieber einmal „zu oft“ zum Arzt gehen sollte, wenn etwas verdächtig ist. Gerade bei Symptomen, welche schon über einen längeren Zeitraum bestehen oder gar schlimmer werden, sollte man sie als klare Warnsignale des Körpers verstehen. Da Nieren in der Regel nicht akut ausfallen und dies meist schmerzlos über einen längeren Zeitraum, verursachen sie eher unspezifische und allgemeine Symptome.

Charakteristische Symptome einer Nierenkrankheit sind:

  • Allgemeine Schwäche und Müdigkeit
  • Bluthochdruck (ist Ursache wie auch Folge von Nierenschäden)
  • Appetitmangel
  • Bewusstseinsstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen
  • Blutarmut
  • Wasseransammlungen v.a. in den Beinen abends
  • Knochenschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Luftnot
  • Potenzstörungen
  • Übelkeit

Die Vielzahl dieser unspezifischen Symptome zeigt, dass man unbedingt viel häufiger den Weg zum Arzt suchen sollte und dann – vom Nierenarzt – gezielt nach möglichen Nierenerkankungen gesucht werden sollte.