PRIM. PROF. DR. MARCUS SÄEMANN

Facharzt für Innere Medizin, Additivfach Nephrologie
1190 Wien

Nierenerkrankungen

Die Nieren leisten täglich enorme Arbeit: so filtern sie ca. 1800 Liter Blut pro Tag und regeln immens viele zentrale Körperfunktionen wie etwa den Blutdruck, das Körperwasser, Elektrolyte, den Säure-Basen-Haushalt, den Kalzium- und Knochenstoffwechsel sowie auch die Bildung der roten Blutkörperchen. Zudem entfernen die Nieren ununterbrochen eine Vielzahl von Giftstoffen aus dem Körper und scheiden diese mit dem Urin aus.

Da die Nieren aus komplexen kleinen Filtern mit hochfeiner Struktur bestehen, sind sie leider auch anfällig für vielfältige Schädigungen, welche sehr oft für lange Zeit auf die Nieren einwirken können. Dazu zählen am häufigsten:

Erkrankung der Niere durch Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen

Seltener werden die Nieren durch Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen geschädigt, dazu zählen:

  • Chronische Harnwegsinfekte
  • Glomerulonephritis, z.B. IgA-Nephropathie, membranöse Nephropathie, etc.
  • Vaskulitis – Gefäßentzündung
  • Systemischer Lupus erythomatodes (SLE)

Nierenschäden durch erbliche Nierenerkrankung

Hierzu zählen beispielsweise:

  • Familiäre Zystennieren oder Polyzystische Nierenerkrankung (auch ADPKD)
  • Morbus Fabry
  • Markschwamm-Niere

Nachhaltige Schädigung des Nierengewebes durch eine Vielzahl von Medikamenten

allen voran zu nennen:

  • Bestimmte Schmerzmittel, u.a. Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie z.B. Ibuprofen, Diclofenac, etc.
  • Diverse Antibiotika wie z.B. Aminoglykoside, Vancomycin
  • Chemotherapeutika wie Cisplatin oder neuere Biologika

Erkrankungen anderer innerer Organe als Ursache einer Nierenschädigung

Neben diesen vielen Ursachen einer Nierenschädigung / Nierenerkrankung können die Nieren auch im Rahmen anderer Erkrankungen innerer Organe in Mitleidenschaft gezogen sein, wie vor allem durch Herz- oder Lebererkrankungen.

Gerade Nierenärzte (Nephrologen) können aus der Fülle der möglichen Ursachen einer Nierenschädigung durch ihre klinische Erfahrung und oftmals mit Hilfe einfacher Tests die verantwortliche Ursache präzise diagnostizieren, damit eine effektive Therapie eingeleitet werden kann.